DER PERSONALENTWICKLER ALS COACH

Ein Beitrag von Konstantin Warth

Die Studie „Wissen und Lernen 2010“ der Siemens AG erhebt bei insgesamt 300 Entscheidungsträgern aus dem Personalbereich der größten Unternehmen Deutschlands den aktuellen und zukünftigen Stellenwert der Personalentwicklung (kurz: PE). Es sollte untersucht werden, inwieweit die in Deutschland aktiven Unternehmen Schlagworte wie „Change Management“, „lernendes Unternehmen“ oder „Kompetenzvermittlung statt Wissensvermittlung“ bereits mit Leben füllen bzw. als Herausforderung begreifen. Diese Bestandsaufnahme bietet das umfassendste Bild zum Thema Personalentwicklung und ihrer Bedeutung als strategisches Moment der unternehmerischen Zukunftssicherung vor dem Hintergrund von immer härterem Wettbewerb, fortschreitender Globalisierung und Schwankungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Hier sind einige interessante Ergebnisse zusammengestellt:
PE IST CHEFSACHE GEWORDEN
Personalentwicklung wird als wichtiges und zentrales Moment der Unternehmensstrategie gesehen. Ein knappes Drittel aller untersuchten Unternehmen hat PE bereits in einer eigenen Stabsstelle angesiedelt, bei den größeren Unternehmen bereits über 40 Prozent – mit steigender Tendenz. In allen Firmen werden die wichtigsten PE-Entscheidungen zur Zielsetzung, Budgetierung und konzernweiten Koordination unter starker Einbeziehung der Führungsebene getroffen.
Für die oberen Managementstufen werden zunehmend langfristige und zukunftsorientierte PE-Programme entwickelt. Bei den unteren Managementebenen und bei den Mitarbeitern ist die PE herausgefordert, schnell reagieren zu können und die immer schnelleren Veränderungen des Umfelds und der Geschäftsfelder in der Wissens- und Kompetenzentwicklung abzubilden.

DER PERSONALENTWICKLER ALS COACH


Strategische Ausrichtung der PE und Kompetenzentwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern erfordern prozessorientierte Sichtweisen, in denen der Personalentwickler als Berater und Coach auftritt. Er begleitet den Karrierepfad des Einzelnen, in dem er im persönlichen Kontakt Ziele und Maßnahmen abstimmt. Ebenso unterstützt er vor allem bei Nachwuchs-Führungskräften durch Karriereplanung und Programme zur individuellen Ausweitung des Kompetenzportfolios. Dies gilt im Besonderen im Wettbewerb um High-Potentials (fight for talents). Um diesen veränderten Aufgaben gerecht zu werden, muss die Entwicklung von Soft-Skills und methodischen Kompetenzen unterstützt werden. Neben der Vermittlung von Fachwissen gewinnt somit der Methoden-Transfer immer stärker an Bedeutung. Er unterstützt die Herausbildung einer Kultur der eigenverantwortlichen und selbständigen Wissenserlangung bei allen Beteiligten.

EXTERNE BERATER ALS STRATEGISCHE PARTNER


PE wird nicht mehr isoliert durchgeführt. Sie begleitet und beeinflusst statt dessen die gesamte Organisationsentwicklung der Unternehmen. Diese Verschmelzung von Personal- und Organisationsentwicklung bedingt eine Bündelung interner und externer Beratungsleistung. Externe Berater, bevorzugt Spezialisten mit klar definiertem Leistungsspektrum, werden verstärkt eingesetzt, vor allem im Bereich der strategischen Ausrichtung der Unternehmen – externe Berater werden zu strategischen Partnern.
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